Viele Schweizerinnen haben Vorbehalte gegen die Konzern-Verantwortungs-Initiative (KVI), weil sie wirtschaftliche Nachteile für die Schweiz befürchten.

Symptomtisch für diese Angst ist der Artikel des Ethikprofessors Markus Huppenbauer im Tagesanzeiger vom 20.11. 2017 ("Eine Verrechtlichung dient niemandem"). Er schreibt: "[die Firmen] werden sich ganz einfach aus Gebieten, in denen mögliche Rechtsrisiken lauern, zurückzuziehen. Die Investitionen werden den dort lebenden Menschen fehlen. Firmen werden zudem alles daran setzen, eventuelle Klagen mit hochbezahlten Anwälten zu ihren Gunsten zu entscheiden oder zu verzögern."  Er suggeriert sogar, die Initiative sei kontraproduktiv, weil sie eine "Kultur des nachhaltigen Lösens von Problemen zerstören" würde, während das Vertrauen in die moralische "Selbstverpflichtung" der Firmen zu viel besseren Resultaten führe.

Glencore bringt Australien, Kolumbien und Burkina Faso um riesige Steuereinnahmen. Im Kongo bezahlt der Bergbaukonzern  Tonne Kupfer dem Staat vier Mal weniger als die Konkurrenz – auf Kosten der kongolesischen Bevölkerung, die zu 80 Prozent von weniger als zwei Dollar pro Tag lebt.

Ein anderer Rohstoffgigant, die Genfer Firma Vitol, hat vermutlich lukrative Ölverträge durch Schmiergeldzahlungen erhalten.

Die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommaruga hielt fest: "Wenn es die Wirtschaft nicht schafft, sich an ihre eigenen Vorgaben zu halten, dann braucht es staatliche Regeln."

Analyse von Public Eye

Paradise Papers und Glencore im Tagesanzeiger

Paradise Papers in der Süddeutschen Zeitung

 

 

Durch die Folgen des Börsengangs der Firma Glencore hat Hausen zusätzliche 750‘000 Franken Finanzausgleich erhalten. Im Dezember 2013 haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Hausen an ihrer Gemeindeversammlung beschlossen, 10% dieser sogenannten „Glencore-Gelder“ für Projekte zugunsten der Opfer der Rohstoffgeschäfte zu spenden. Je 37‘500 Franken sind den beiden Organisationen Fastenopfer und Arbeitsgruppe Schweiz Kolumbien zur Verfügung gestellt worden, verteilt auf fünf Jahrestranchen. Dieses Jahr sind die letzten der fünf Tranchen überwiesen worden – wir nehmen dies zum Anlass zu einem kurzen Bericht:

Die Konzernverantwortungsinitiative unterstützt die täglichen Bemühungen der Wirtschaft bezüglich Menschenrechten und Umwelt und schafft mit einem schlanken Mechanismus Verbindlichkeit.

Immer wieder verletzen Konzerne mit Sitz in der Schweiz Menschenrechte und ignorieren minimale Umweltstandards. Die Konzernverantwortungsinitiative will deshalb eine Sorgfaltsprüfungspflicht für Menschenrechte und Umwelt in der Bundesverfassung verankern. Der Unternehmer Samuel Schweizer unterstützt dieses Anliegen: Ein verantwortlicher Umgang mit Menschenrechten und der Umwelt ist unabdingbar für ein nachhaltiges Wachstum.

Von Samuel Schweizer verfasster Gastbeitrag in der NZZ vom 9.11.2017